Aktives Museum auf jüdischen Spuren in Marburg

(Bilder unterhalb des Beitrags)

Die Neue Synagoge, die Oberstadt und der Alte Jüdische Friedhof
waren Orte der Besichtigung
Auf Einladung des Vereins Aktives Museum Südwestfalen unternahm am Sonntag,
15. April, eine zwanzigköpfige Gruppe aus Bad Laasphe, Freudenberg, Netphen und
Siegen eine Studienfahrt ins „jüdische“ Marburg.
Sachkundig begleitet wurde sie von der
Staufenberger Stadtarchivarin Barbara Wagner.
Zunächst stand der Besuch der seit 2003 bestehenden Neuen Synagoge
in der Liebigstraße 21a an.
Das Gebäude wurde in den 1930er Jahren
von der Allgemeinen Ortskrankenkasse errichtet,
in den 1960er Jahren zog ein Lebensmittelmarkt ein
und nun beherbergt es die 320 Personen zählende Jüdische Gemeinde.
1905 hatte die Gemeinde 512 Mitglieder,
von denen nach dem Holocaust gerade einmal 30 übrig blieben.
Der Zuzug jüdischer Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion
erforderte eine neue, größere Synagoge.
Die nächste Besuchsstation war der von der Stadt Marburg
2012 eröffnete Garten desGedenkens in der Universitätsstraße.
Bis zu ihrer Zerstörung am 10. November 1938
stand an diesem Ort die Synagoge der Jüdischen Gemeinde.
Heute ist es ein Platz zum Verweilen
und zur Auseinandersetzung mit den Nazi-Verbrechen.
Neben in die Grasfläche eingelassenen Zeitzeugenberichten
sind die Überreste der Mikwe zu besichtigen.
Der Gang durch die Oberstadt verlief entlang ehemaliger Geschäfte
jüdischer Eigentümer und der vor den Häusern verlegten Stolpersteine.
Am Schloßsteig 6, bis 1933 Judengasse,
sind die Überbleibsel der zweiten Marburger Synagoge aus der frühen Neuzeit zu betrachten.
Den Abschluss der Exkursion bildete ein Besuch des Alten Jüdischen Friedhofs. Die
letzten Bestattungen vor Beginn der Deportationen fanden 1942 statt.
Unter den mehr als 300 Grabstellen
befinden sich auch zahlreiche der nach 1989 eingewanderten Gemeindemitglieder aus der Ex-UdSSR.
Inzwischen werden alle Verstorbenen auf städtischen Friedhöfen beigesetzt.
1
2
3
Translate »