JÜDISCHE FRIEDHÖFE

P1010849

Siegen, Hermelsbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Kreis Siegen-Wittgenstein befinden sich acht jüdische Friedhöfe. Sie liegen in Bad Berleburg (2), Bad Laasphe und in Elsoff. Im Siegerland sind diese in Siegen (2), Hilchenbach und Burgholdinghausen.
Literatur: Dietermann/Morgenstern-Wulff/Röcher; Die jüdischen Friedhöfe im Kreis Siegen-Wittgenstein; Siegen 1991, 56 S.

Siegerland

Der älteste jüdische Friedhof im Altkreis Siegen befindet sich in Kreuztal-Burgholdinghausen an der Straße nach Welschen Ennest. Hier wurden seit 1804 Bestattungen durchgeführt. Bis 1871 wurden auch die jüdischen Toten aus Siegen dort beerdigt. Heute sind nur noch sechs Grabsteine dort vorhanden.

 

P1010327

Kreuztal-Burgholdinghausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Friedhof in Siegen am Lindenberg besteht seit 1871. Er liegt in einem Wäldchen rechts unterhalb der neuen Friedhofshalle. Bis zu seiner Schließung 1918 wurden dort mehr als 60 Personen beigesetzt. Seine steile Hanglage macht ein Begehen des Geländes beschwerlich.

 

FHLindenberg

Siegen, Lindenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die Schließung des Friedhofs am Lindenberg wegen voller Belegung absehbar war, wurde der jüdischen Gemeinde 1912 ein Gräberfeld auf dem kommunalen Friedhof in der Hermelsbach überlassen. Er befindet sich unweit der Friedhofshalle. 50 Gemeindemitglieder wurden dort beerdigt. Die letzte Beerdigung fand hier 1993 statt.

 

015

Siegen, Lindenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der jüdische Friedhof in Hilchenbach wurde 1899 angelegt. Er befindet sich außerhalb der Stadt rechts an der Straße nach Brachthausen. Mehr als 20 Personen wurden hier beerdigt. Heute sind dort noch 12 Grabstellen zu erkennen. Die letzte Bestattung erfolgte 1948.

Hilchenbach1

Hilchenbach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wittgenstein

Bei dem jüdischen Friedhof am Berlebach in Bad Berleburg unweit des fürstlichen Schlosses handelt es sich vermutlich um die älteste Grabstätte der jüdischen Bevölkerungsminorität in Wittgenstein. Im Jahr 1740 soll dort die erste Bestattung erfolgt sein. 1905 wurde der Friedhof geschlossen, da er voll belegt war.

01_blb_alt

Am Berlebach, Bad Berleburg

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem kommunalen Friedhof am Sengelsberg wurden in drei Reihen mit 39 Gräbern von 1906 bis 1971 die jüdischen Gemeindemitglieder bestattet. Zuletzt wurde dort auf seinen Wunsch hin Ludwig Gonsenhäuser beerdigt, der 1936 nach Kapstadt geflohen war. Ebenfalls fanden hier drei polnische Zwangsarbeiter 1945 ihre letzte Ruhestätte.

02_blb_neu

Am Sengelsberg, Bad Berleburg

 

 

 

 

 

 

 

 

Ungewiss ist auch, wann die erste Bestattung auf dem jüdischen Friedhof am Heiligenberg in Bad Berleburg-Elsoff erfolgte. Seine Anfänge dürften wohl zu Beginn des 19. Jahrhunderts liegen. Da auch die jüdischen Menschen aus den Nachbardörfern Arfeld, Beddelhausen, Richstein und Schwarzenau dort ihre letzte Ruhe fanden, dürfte die Zahl der Beerdigten deutlich mehr als 100 Personen betragen.

03_elsoff

Am Heiligenberg, Bad Berleburg-Elsoff

 

 

 

 

 

 

 

 

Der jüdische Friedhof in Bad Laasphe wurde 1750 eingerichtet. Er liegt an den Straßen Puderbacher Weg und Zum Lehrberg. Namentlich bekannt sind mehr als 70 dort beerdigte Personen. Zuletzt wurde hier 2006 der Erndtebrücker Herbert Moses bestattet, der 1939 als 13-Jähriger allein nach Palästina entkommen konnte.

 

04_laasphe

Bad Laasphe

Translate »