DIE SYNAGOGE

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Synagoge im Rohbau, Siegener Zeitung zur Grundsteinlegung.

Die Synagogengemeinde Siegen (gegründet 1884) erwarb 1891 ein Grundstück am Obergraben, um dort ein Gotteshaus zu bauen. 1903 erfolgte die Grundsteinlegung, ein Jahr später wurde die Siegener Synagoge feierlich eingeweiht. Bis zur Zerstörung der Synagoge durch Männer der Siegener SS und SA in der Mittagsstunde des 10. November 1938 feierte der Lehrer und Kantor Simon Grünewald (1870-1939) hier die Gottesdienste mit den Gemeindeangehörigen. An das Gotteshaus grenzte ein Raum der jüdischen Volksschule, der auch für Vortragszwecke genutzt wurde.

Literatur: Dietermann, Klaus;

Die Siegener Synagoge: Vom Bau und der Zerstörung eines Gotteshauses;Siegen 1996, 2. Aufl., 48 S.

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Die Synagoge nach Fertigstellung.

Der Novemberpogrom 1938.

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Oben: Propagandatext Unten: Die brennende Synagoge in der Mittagsstunde des 10. November 1938

Im Oktober 1948 kam es zum Prozess gegen sechs Angeklagte „wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und schwerer Brandstiftung“. Der Hauptangeklagte, der damalige SS-Hauptsturmführer Heinrich Lumpe (Lehrer a. D.), erhielt eine Zuchthausstrafe von 14 Monaten. Eine zweijährige Internierungshaft wurde strafmildernd angerechnet. Der ehemalige SS-Obersturmführer Walter Schleifenbaum erhielt eine Zuchthausstrafe von einem Jahr, wobei ihm ebenfalls eine zweijährige Internierungshaft durch die Alliierten strafmildernd angerechnet wurde. Mit ebenso einjähriger Zuchthausstrafe wurde der ehemalige SA-Mann Hermann Winter belegt. Er war – laut Gericht – der aktivste der Brandstifter. Ihm wurde eine dreijährige russische Kriegsgefangenschaft als Strafmilderung angerechnet. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen.

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