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Aktives Museum Südwestfalen feierte 20. Geburtstag

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin Sylvia Löhrmann hielt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Aktiven Museums am 9. November im vollbesetzten Ratssaal in Siegen die Festansprache. Dabei ging sie u. a. auf die Arbeit der 26 NRW-Gedenkstätten ein. Sie lobte das AMS als ehrenamtlichen außerschulischen Lernort im Kreis Siegen-Wittgenstein. Erinnerungsarbeit sei ein Schwerpunkt ihrer Arbeit als Schulministerin.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Steffen Mues nicht mit Lob für das langjährige bürgerschaftliche Engagement des Vorstands gespart.

Vereinsvorsitzender und Museumsleiter Klaus Dietermann sprach in seinem Vortrag „Ein Ort des Erinnerns“ über das oft mühselige Unterfangen der regionalen Erinnerungskultur.

Eine 64-seitige Broschüre „Aktives Museum Südwestfalen 1996 – 2016 – Das zweite Jahrzehnt kann über das Museum kostenlos bezogen werden.

Fr. Löhrmann 9.11.16

Festansprache Frau Löhrmann – Foto H.-W. Klein

NRW-Landtagspräsidentin im AMS

Carina Gödecke, Präsidentin des Landtags, besuchte Ende Juni das Aktive Museum Südwestfalen in Siegen am Obergraben. Der Vorstand des Fördervereins hatte sie eingeladen, um ihr die 20-jährige Geschichte des Dokumentations- und Lernortes für regionale Zeitgeschichte am Platz der Synagoge nahe zu bringen. Den Termin hatte die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Tanja Wagener vermittelt.

Klaus Dietermann, seit Gründung des Museums Leiter des AMS, erläuterte der Landtagspräsidentin die Konzeption der Ausstellung. Er hob hervor, dass die Einrichtung vor allem von Schulklassen als außerschulischer Lernort morgens genutzt werde. Weiterhin erläuterte er die Ausbaupläne für das Museum im kommenden Frühjahr und damit auch die Ideen für eine Erneuerung der Dokumentation in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geschichte der Universität Siegen.

Frau Gödecke erwies sich als profunde Kennerin der Thematik der NRW-Erinnerungsarbeit. Mit dem AMS in Siegen hatte sie bereits den sechsten Gedenkort der insgesamt 26 NRW-Gedenkstätten besucht. Sie lobte ausdrücklich die dezentrale Erinnerungsarbeit der sehr unterschiedlich ausgerichteten Einrichtungen in unserem Bundesland. Abschließend versprach sie, bei der Beschaffung von Geldquellen für die Inneneinrichtung nach der Erweiterung des AMS im kommenden Jahr behilflich zu sein.

Museumsleiter Klaus Dietermann, Landtagspräsidentin Carina Gödecke, Vorstandsmitglied Traute Fries und Tanja Wagener (MdL/SPD)

 

 

Zwei neue Stolpersteine in Siegen-Weidenau

Im Beisein einer Schulklasse aus Ramot Yam (Israel) und der Partnerklasse des Ev. Gymnasiums wurden im Juni 2016 zwei weitere Stolpersteine unter der Hüttentalstraße in Buschgotthardshütten verlegt. Sie erinnern an Berta Hoppensack und ihren Sohn Otto. Traute Fries, Vorstandsmitglied des Aktiven Museums Südwestfalen, trug die Biografien der beiden NS-Opfer vor, die sie recherchiert hatte. Eine israelische Lehrerin übersetzte den Vortrag in die hebräische Sprache.

Berta Hoppensack führte nach dem Tod ihres Mannes (1872-1927) die Gaststätte bis 1931/32 weiter. Berta wurde ein Opfer der „Euthanasie“. Zuerst eingeliefert in die Provinzialanstalt Warstein, wurde sie im Juli 1941 in die Anstalt nach Hadamar verlegt und dort vergast. Sohn Otto Hoppensack, geboren 1902 in Weidenau, wurde im Juni 1941 aufgrund einer „progressiven Paralyse“ (Lähmung, Muskel- und Nervenerkrankung) in die Heilanstalt Warstein eingewiesen. Er verstarb dort am 16. Juli 1941 (Suizid durch Erhängen).

Die beiden Stolpersteine wurden durch Mitarbeiter der Jugendzentrums Blue Box der Stadt Siegen verlegt. Damit wurden bisher 98 Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig in Siegen verlegt. Die Spenderin der Erinnerungssteine möchte anonym bleiben. Wer mehr über die Familie Hoppensack aus Weidenau erfahren

Vorstandsmitglied Traute Fries trägt die Biografien vor.

 

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